
Warum Ihre Karriereseite Bewerber verliert – und was dagegen hilft
Ihre Stellenanzeigen sind perfekt formuliert, die Karriereseite modern gestaltet – trotzdem bleiben die Bewerbungen aus. Der Grund: Die meisten Talente erreichen Ihre Karriereseite nie.
Wo aktiv Jobsuchende wirklich starten
Die Candidate Journey beginnt heute nicht auf Ihrer Karriereseite, sondern beim Smartphone. Dabei gilt: „Die Entscheidung, ob ein Jobangebot interessant ist, fällt beim Scrollen durch Suchergebnisse von Google & Co, Jobportalen oder sozialen Netzwerken in Sekunden.“
Aktiv Jobsuchende folgen dabei einem klaren Muster: Sie googeln nach „Marketing Job Stuttgart“, prüfen Bewertungen auf Kununu und scannen Gehaltsangaben. Erst wenn alle Signale stimmen, klicken sie weiter.
Diese Kandidaten bringen wertvollen Eigenantrieb mit. Sie haben sich bewusst für einen Wechsel entschieden und suchen gezielt nach passenden Positionen. Genau diese Motivation unterscheidet sie von passiven Kandidaten.
- Mobile First: 80% der Jobsuchen starten am Smartphone
- Transparenz-Check: Gehalt und Benefits werden vorab recherchiert
- Reputation zählt: Schlechte Arbeitgeberbewertungen sind K.O.-Kriterien
- Eigenantrieb nutzen: Aktiv Suchende sind bereits motiviert für Veränderung
Die richtigen Kanäle für Ihre Zielgruppe
Während viele Unternehmen auf Social Media setzen, zeigen die Zahlen eine andere Realität: Etwa 80% aller Jobsuchen beginnen bei Suchmaschinen, nicht auf Instagram oder LinkedIn.
Ihre Karriereseite spielt dabei eine wichtige, aber nachgelagerte Rolle. Sie ist der Ort, an dem Interessenten ihre Recherche vertiefen – wenn sie überhaupt so weit kommen. Entscheidend ist, dass Ihre Stellenanzeigen dort sichtbar sind, wo die Suche beginnt: bei Google &Co.
Eine moderne Karriereseite enthält deshalb SEO-optimierte Stellenanzeigen mit klaren Jobtiteln. Kreative Bezeichnungen wie „Sales Rockstar“ mögen intern begeistern, werden aber von Suchmaschinen ignoriert.
- Suchmaschinen-Präsenz: Dort starten 4 von 5 Jobsuchen
- SEO-optimierte Titel: „Buchhalter“ statt „Zahlen-Zauberer“
- Karriereseite als Vertiefung: Detaillierte Infos für Interessierte bereithalten
- Social Media ergänzend: Für Employer Branding, nicht als Hauptkanal
Kampagnenerfolg messen und steigern
Viele Unternehmen messen nur eingegangene Bewerbungen. Das ist, als würde man in der Produktion nur die fertigen Produkte zählen, ohne die Zwischenschritte zu überwachen.
Eine erfolgreiche Recruiting-Kampagne verfolgt die komplette Journey: Von der Google-Suche über den Klick auf die Stellenanzeige bis zum Besuch der Karriereseite. Nur wer diese Daten kennt, kann gezielt optimieren.
Fehlen trotz hoher Nachfrage die Klicks? Dann stimmt vermutlich der Jobtitel nicht. Brechen viele auf der Karriereseite ab? Möglicherweise fehlen wichtige Informationen wie das Gehalt.
- Journey tracken: Von der Suche bis zur Bewerbung messen
- Früh ansetzen: Probleme bereits bei der Sichtbarkeit erkennen
- Datenbasiert optimieren: Abbruchpunkte identifizieren und beheben
- Transparenz erhöhen: Fehlende Gehaltsangaben sind häufigste Abbruchursache
Fazit: Die beste Karriereseite nützt wenig, wenn Talente sie nicht finden. Erfolgreiche Unternehmen denken die Candidate Journey vom Startpunkt her: der mobilen Suche. Sie investieren in SEO-optimierte Stellentitel, transparente Informationen und messen jeden Schritt des Bewerbungsprozesses.
Sie sind dran: Prüfen Sie jetzt, ob Ihre wichtigsten Stellen bei Google gefunden werden. Googeln Sie typische Suchbegriffe Ihrer Zielgruppe. Erscheinen Ihre Anzeigen? Falls nicht, ist es Zeit für eine SEO-Optimierung Ihrer Jobtitel und eine durchdachte Verknüpfung zwischen Suchmaschinen, Jobportalen und Ihrer Karriereseite.
Dieser Beitrag entstand nach Lektüre von Ruediger Vogel in ruedigervogel.de, 29.06.25:
Die perfekte Stellenanzeige schreiben: Der Leitfaden für HR, Fachabteilung und C-Level
