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Stellenanzeige schreiben: Warum 60% der Jugendlichen Ihren Job nicht kennen

Eine aktuelle PISA-Sonderauswertung offenbart ein dramatisches Problem: Jeder fünfte Jugendliche hat unrealistische Berufsvorstellungen, 60% sehen keinen Praxisbezug ihrer Schulbildung.

Realitätslücke beim Stellenanzeige schreiben berücksichtigen

Die OECD-Studie zeigt: „Bei rund einem Fünftel der 15-Jährigen passen Berufswunsch und geplanter Bildungsweg nicht zusammen.“ Gleichzeitig konzentrieren sich Jugendliche auf wenige bekannte Berufe – Mädchen wollen Ärztin oder Lehrerin werden, Jungen Informatiker oder Ingenieur.

Beim Stellenanzeige schreiben bedeutet dies: Unternehmen konkurrieren um Bewerber aus einem winzigen Pool bekannter Berufe, während Hunderte andere Tätigkeitsfelder unentdeckt bleiben. Aktiv Jobsuchende haben oft präzisere Vorstellungen als Schulabgänger, die von Berufsmythen geprägt sind.

  • Konkrete Tätigkeiten beschreiben: Statt „Sachbearbeiter gesucht“ lieber „Sie prüfen Versicherungsanträge und beraten Kunden telefonisch“
  • Qualifikationswege aufzeigen: „Einstieg mit Ausbildung möglich, Weiterbildung zum Fachwirt unterstützt“
  • Entwicklungsperspektiven darstellen: Karrierewege vom Trainee bis zur Führungsposition transparent machen

Sichtbarkeit durch geeignete Kanäle im e-Recruiting

Die Studie belegt: „Weniger als die Hälfte der 15-Jährigen hatte schon einmal Kontakt zu einem Arbeitgeber gehabt.“ Hier liegt enormes Potenzial brach. Während Social Media zur Unterhaltung dient, starten 80% der Jobsuchen bei Suchmaschinen.

Erfolgreiche Unternehmen setzen auf Kanäle für aktiv Jobsuchende statt auf Unterhaltungsplattformen. Ihre Stellenanzeigen erreichen Menschen mit Eigenantrieb, die bereits konkret nach beruflichen Möglichkeiten suchen.

  • Suchmaschinenoptimierte Karriereseiten: Aktuelle Jobangebote mit detaillierten Beschreibungen
  • Praktikums- und Schnupperangebote: Niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten schaffen
  • Mitarbeiter als Botschafter: „Eine Stunde pro Jahr über den Beruf sprechen“ – OECD-Empfehlung umsetzen

Kampagnenerfolg durch frühzeitige Kontaktmessung

Wer nur Bewerbungen misst, übersieht entscheidende Phasen der Candidate Journey. Die Reihenfolge „Online-Nachfrage“, „Online-Erstkontakt“, „Stellenansicht“, „Websitebesuch“, „Bewerbung“ zeigt: Erfolg entscheidet sich früh.

Unternehmen mit mehrstufigem Monitoring erkennen, ob ihre Stellenanzeigen die richtige Zielgruppe erreichen. Wie in der Industrieproduktion braucht es Leitstände für Recruiting-Kampagnen.

  • Frühe Kontaktpunkte messen: Stellenansichten und Websitebesuche vor Bewerbungen tracken
  • Regionale Nachfrage analysieren: Interesse vorhanden, aber keine Bewerbungen? Stellenanzeige überarbeiten
  • Kontinuierliche Optimierung: Datenbasierte Anpassungen statt Bauchgefühl-Entscheidungen

Fazit: Die PISA-Daten zeigen ein strukturelles Problem: Jugendliche kennen die Berufswelt nicht. Unternehmen, die beim Stellenanzeige schreiben auf konkrete Beschreibungen, geeignete Kanäle und messbare Kontakte setzen, erschließen ungenutztes Potenzial.

Sie sind dran: Überprüfen Sie Ihre aktuellen Stellenanzeigen: Beschreiben sie konkrete Tätigkeiten? Sind Qualifikationswege erklärt? Messen Sie Kontakte vor der Bewerbung? Ein einstündiges Audit Ihrer Recruiting-Strategie kann entscheidende Verbesserungen aufzeigen.


Dieser Beitrag entstand nach Lektüre von him in Spiegel Online, 26.05.25:
Unrealistische Vorstellungen vom Traumberuf bei Jugendlichen