
Karriereseite optimieren: Warum weniger Jargon mehr Erfolg bringt
Eine aktuelle Studie zeigt: Führungskräfte, die Geschäftsjargon verwenden, wirken weniger kompetent und glaubwürdig. Was bedeutet das für Ihre Recruiting-Strategie?
Die Sprache entscheidet über den Kampagnenerfolg
Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg untersuchten, wie deutsche und englische Geschäftsphrasen auf andere wirken. Das Ergebnis ist eindeutig: Sowohl deutscher als auch englischer Jargon schadet der Wahrnehmung von Kompetenz, Sympathie und Glaubwürdigkeit.
Für Ihre Karriereseite bedeutet das: Jede Phrase wie „die Extra Mile gehen“ oder „gut aufgestellt sein“ kann potenzielle Bewerber abschrecken. Die Studie zeigt, dass englische Floskeln sogar noch negativer wirken als deutsche.
Wer den Erfolg seiner Recruiting-Kampagnen steigern will, sollte die Sprache auf der Karriereseite genau unter die Lupe nehmen. Messbare Verbesserungen entstehen durch klare, verständliche Formulierungen statt leerer Worthülsen.
- Glaubwürdigkeit steigern: Verzicht auf Jargon erhöht nachweislich die wahrgenommene Kompetenz
- Conversion verbessern: Klare Sprache führt zu mehr qualifizierten Bewerbungen
- Authentizität vermitteln: Ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen bei Kandidaten
Aktiv Jobsuchende erwarten Klartext
Aktiv Jobsuchende sind geprägt von ihren Erfahrungen und haben ein feines Gespür für authentische Kommunikation entwickelt. Sie suchen gezielt nach Informationen und entscheiden schnell, ob ein Arbeitgeber zu ihnen passt.
Diese Zielgruppe fühlt sich angesprochen, wenn ihre Bedürfnisse klar adressiert werden – ohne Umschweife und Phrasen. Eine spitze, zielgerichtete Ansprache auf der Karriereseite wirkt besser als kommunikative Allgemeinplätze.
Menschen mit Eigenantrieb, die aktiv nach neuen Herausforderungen suchen, reagieren besonders sensibel auf übertriebenen Geschäftsjargon. Sie interpretieren dies oft als Zeichen mangelnder Substanz.
- Direkte Ansprache: Konkrete Aufgaben und Anforderungen statt vager Umschreibungen
- Ehrliche Einblicke: Realistische Darstellung der Unternehmenskultur ohne Schönfärberei
- Klare Benefits: Verständliche Vorteile statt bedeutungsloser Buzzwords
Die Karriereseite als wichtigster Recruiting-Kanal
Etwa 80 Prozent aller Jobsuchen beginnen bei Suchmaschinen. Die unternehmenseigene Karriereseite ist dabei oft der erste ausführliche Kontaktpunkt zwischen Arbeitgeber und potenziellem Bewerber.
Eine gut strukturierte Karriereseite mit aktuellen Informationen zu Jobangeboten und Arbeitsumfeld bindet mehr Aufmerksamkeit als jeder Social-Media-Kanal. Voraussetzung: Die Inhalte sind für Suchmaschinen sichtbar und für Menschen verständlich geschrieben.
Im Gegensatz zu Social Media, wo Nutzer primär Unterhaltung suchen, besuchen Interessenten Ihre Karriereseite mit konkreten Informationsbedürfnissen. Hier zählt Substanz mehr als Show.
- SEO-Optimierung: Klare Sprache verbessert auch die Suchmaschinen-Sichtbarkeit
- Nutzerführung: Verständliche Navigation ohne verwirrende Fachbegriffe
- Content-Qualität: Informative Texte statt inhaltsleerer Phrasen
Fazit: Die Forschung bestätigt, was viele Bewerber intuitiv spüren: Geschäftsjargon wirkt unsympathisch und unglaubwürdig. Unternehmen, die ihre Karriereseite von Phrasen befreien, gewinnen an Authentizität und Anziehungskraft. Der Verzicht auf „Corporate Speak“ ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Professionalität und Respekt gegenüber den Kandidaten.
Sie sind dran: Analysieren Sie Ihre Karriereseite kritisch. Ersetzen Sie Phrasen wie „innovatives Umfeld“ durch konkrete Beispiele. Testen Sie verschiedene Formulierungen und messen Sie die Reaktionen. Ihre zukünftigen Mitarbeiter werden es Ihnen danken – mit qualifizierten Bewerbungen statt schnellem Wegklicken.
Dieser Beitrag entstand nach Lektüre von Saskia Rickers, Inga Risberg & Sabine Hommelhoff in 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, 22.09.16:
Die Wahrnehmung von deutschem und englischem Geschäftsjargon bei Führungskräften